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Europe | Europe and Bologna | 2007-06-09 Auswirkungen des Bologna-Prozesses in Italien Italienische Studenten beenden ihr Studium schneller als früher, haben Lust auf Bildung, machen mehr Praktika, aber selten Auslandserfahrungen Während des letzten Wochenendes hat in der toskanischen Stadt Siena die Tagung "I laureati dell'Università riformata" („Die Hochschulabsolventen der reformierten Universität“) stattgefunden. Dort wurde über die Entwicklungen der studentischen Laufbahnen und das Profil des italienischen Absolventen 2006 berichtet. In Italien war die Anzahl der Studenten, die einen Bachelor- oder Master-Abschluss erlangt haben (120.797 Absolventen) erstmals höher als die von Absolventen der alten Studienordnung.
Es wurde festgestellt, dass die Universitäts-Reform ein wichtiges Ziel bereits erreicht hat: Italienische Studenten schließen ihr Studium heute schneller ab, als vor Einführung der neuen Studiengänge. Früher hat der Durchschnitts-Student acht Jahre gebraucht, bis er sein Diplom in den Händen hielt; heute sind es nur noch sechs Jahre. Außerdem beginnen Studenten ihr Studium heutzutage später (mit 21 Jahren), aber beenden es trotzdem früher (mit 27 Jahren). Noch 2001 waren Studienanfänger durchschnittlich 20 Jahre jung und haben bis zum Alter von 28 studiert. In Italien entscheiden sich mehr als 80% der Bachelor-Studenten, einen Masterstudiengang aufzunehmen. Von ihnen geben 66% als Grund für die Fortführung des Studiums die Lust auf mehr Bildung an. Etwa 33% beginnen einen Master, da ihre Studienrichtung eine solche Weiterbildung erfordert, um später in den Beruf einzusteigen. Nur eine Minderheit von 2,4% studiert nach dem Bachelor weiter, weil sie mit dem erlangten Abschluss keinen Arbeitsplatz bekommen hat. Allerdings sind nicht nur die Studenten mit einem Bachelor-Abschluss daran interessiert, weiter zu studieren. Auch 43% der Master-Absolventen möchten an ihr Studium ein Aufbaustudium anschließen. Diese hohe Anzahl erklärt sich aber teilweise wohl auch dadurch, dass die Umfrage vor allem Studenten berücksichtigt hat, die besonders schnell mit ihrem Studium fertig geworden sind (und deswegen eventuell zu den besseren und an Bildung interessierteren Studenten ihres Jahrganges zählten). Seit der Hochschulreform ist in Italien die Anzahl der Studenten, die während des Studiums ein Praktikum absolvieren, gestiegen. Heute sammeln auf diese Weise mehr als die Hälfte von ihnen praktische Erfahrungen in der Berufswelt. Die italienischen Studenten scheinen verstanden zu haben, dass ein Praktikum im Lebenslauf die Chancen auf einen Arbeitsplatz nach dem Studium erhöht. Die vorgestellte Studie zeigt allerdings auch, dass italienische Studenten immer noch zu selten von Programmen, wie zum Beispiel Erasmus, profitieren, um eine gewisse Zeit ihres Studiums im Ausland zu verbringen. 2006 haben nur 5,6% der Studenten ein oder zwei Semester an einer ausländischen Universität studiert. In diesem Zusammenhang gibt es natürlich einen Unterschied zwischen den Studenten der verschiedenen Fachrichtungen; Studenten sprachlich ausgerichteter Studiengänge gingen sehr viel öfter ins Ausland, als ihre Kommilitonen aus dem politisch-sozialen oder naturwissenschaftlichen Bereich.
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